Montag, 4. März 2013

Darmkrebs kann jeden treffen...

heute möchte ich nicht nur weil der darmkrebsmonat märz angefangen hat, sondern viel mehr aus ganz persönlichen erfahrungen über ein thema schreiben, daß leider immer noch viel zu viel tabuthema ist bei uns...

manche von euch haben vielleicht mitbekommen, daß ich mein leben in den letzten 3 jahren grundlegend verändert habe: ich treibe mittlerweile (wieder) sehr viel sport, ernähre mich gesund und ausgewogen und habe so sehr viel gewicht verloren.
ich fühle mich rundum fit und sehr wohl in meiner haut. mein mann und die kinder sind sehr stolz auf mich.
ausschlaggebend waren die erfahrungen, die ich mit jungen übergewichtigen patienten/-innen gemacht habe, die ich während meiner arbeit im krankenhaus ( ich bin MTA) kennengelernt habe. und schon allein wegen meiner 3 kinder wollte ich nicht mit mitte 40 den ersten herzinfarkt bzw. einen diabetes riskieren.
meine werte diese beiden krankheiten betreffend sind jetzt absolut im normbereich und ich hoffe, daß ich nie bekanntschaft machen werde.

jetzt zum thema krebs... meine familie ist leider immer wieder und leider in der vergangenheit immer öfter von dieser heimtückischen krankheit heimgesucht worden: tanten, onkel, großeltern, cousins, cousinen und meine  eltern. die palette reicht von brust-, über lungen-, leber-, haut-, gebärmutterhals- und darmkrebs. ein cousin starb 19jährig an einem hirntumor. auch mein vater starb an krebs, da war ich gerade 6. meine mutter erkrankte an darmkrebs, da war ich anfang 20, mitten im studium. kennt ihr den moment, wo es sich umkehrt? wo die kinder anfangen, sich gedanken um die eltern zu machen und nicht mehr andersrum? seitdem ist das bei uns so. innerhalb von 3 jahren wurde meine mutter zwei mal operiert, es wurden teile des darmes entfernt. gottseidank lebt sie seitdem tumorfrei. ich wußte, daß das thema krebs mich persönlich wohl irgendwann treffen würde, aber ich ahnte nicht, wie bald...

letztes jahr um fast die gleiche zeit hatte ich einen termin in einem end- und dickdarmzentrum. schon seit ein paar jahren habe ich probleme mit hämorrhoiden und mußte auch schon ein paar unangenehme operative eingriffe über mich ergehen lassen. deshalb sollte eine darmspiegelung gemacht werden. die familiäre vorbelastung bei krebs stand für mich erst mal hinten an. obwohl der mich behandelnde professor schon mal streng eine augenbraue hochgezogen hat, als ich sagte, ich war noch nie zur darmspiegelung. 

ich war ganz gelassen, kaum aufgeregt und unendlich froh, daß ich die 2 liter nicht besonders leckerer flüssigkeit, die ich tags zuvor trinken mußte um abzuführen, tapfer runter gekriegt hatte.
sowohl der professor als auch das übrige praxispersonal waren super freundlich. also, was konnte schon schief gehen? meine einzige sorge galt den hämorrhoiden. hoffentlich kommt da nicht noch was in nächster zeit. weil die sind ja so unangenehm. ich schlummerte 20 minuten, dann hat mein mann mich abgeholt und mit nach hause genommen. das war`s. easy peasy.

das befundgespräch war eine woche später... der professor begrüßte mich mit den worten:
" liebe frau wagner, ich glaube, ich habe ihnen da letzte woche das leben gerettet." 
ich war wie versteinert. nie und nimmer hatte ich gedacht, daß da was sei. klar, die blöden hämorrhoiden, aber sonst?
 ich bin doch erst 40!!!
und hey, ich bin doch total fit, durchtrainiert und lebe hypergesund!
eine welt brach da erst mal für mich zusammen...

ein polyp(die haben ganz viele menschen) hatte sich da klammheimlich bösartig verändert, an einer ganz blöden stelle. zwei jahre später wäre ein ausgewachsener bösartiger krebs daraus geworden. der polyp wurde während der darmspiegelung weggeschnitten...und das wars!
 keine medikamente, chemo oder bestrahlungen...

"sie kommen jetzt bitte jedes jahr her zur darmspiegelung", hat er gesagt. 
und ja, gerne! für den preis meiner gesundheit trinke ich wieder dieses eklige zeugs und hungere zwei tage...
es hat einige tage gedauert, bis ich den schock überwunden und verstanden hatte, wie viel glück ich doch hatte, daß dieser zufallsbefund gestellt wurde. ich danke meinen hämorrhoiden dafür!

heute, nach einem jahr,  hatte ich wieder einen termin. 
nervös war ich, kein vergleich zum ersten mal. und angst hatte ich.
ist was nachgewachsen? vielleicht an anderer stelle? gestern wieder abführtag, das blöde trinkzeug wollte kaum runter... 
nach dem aufwachen kam der professor und drückte mir einen zettel in die hand: 
"keine krankhaften veränderungen., o.B. (ohne befund)"
"nächstes jahr sehen wir uns wieder", sagte er noch lachend. klar, ich komme. ganz bestimmt!

was ich mit diesem langen post mitteilen will? GEHT ZUR DARMSPIEGELUNG!!!
es ist nicht schlimm, tut nicht weh und nur so kann ein darmkrebs frühzeitig erkannt werden. 
weil man merkt ihn nicht. er tut nicht weh. und wenn doch, ist es meist schon zu spät.
informieren könnt ihr euch bei eurem hausarzt und auch im www.

danke, daß ihr bis hier mitgelesen habt.


Kommentare:

Smila ♥ hat gesagt…

Danke! <3
Liebe Grüße, Smila

kreativkäfer hat gesagt…

gänsehaut! mein mann und ich haben unlängst auch eine vorsorgeuntersuchung gemacht, wie jedes jahr, darmspiegelung ist allerdings keine dabei, wir haben aber schon öfters drüber geredet und wenn ich das so lese, werd ich mich da jetzt dahinterklemmen und für uns beide einen termin vereinbaren! ich bin froh, dass bei dir nun alles in ordnung ist, ein schock war es sicher!
glg andrea

Pamela {enemenemeins} hat gesagt…

Vielen Dank für deine offene Schilderungen. Mit dem Thema Darmkrebs habe ich mich eigentlich noch gar nicht wirklich befasst, aber den Schreckmoment einer Krebsdiagnose habe ich bereits hinter mir. Man geht danach ganz anders an den Alltag und lebt bewusster. Auch wenn meine Erkrankung nun schon fünf Jahre zurückliegt, hoffe ich mir diese positive Einstellung mein restliches Leben erhalten zu können. Das Leben ist ein Geschenk.

Dir alles Liebe!
Pamela

Tanti-Colori hat gesagt…

liebe pamela,
wie schön, daß du die krankheit besiegt hast und positiv in die zukunft blickst.
gesundheit ist keine selbstverständlichkeit...
liebe grüße, nicole